Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

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Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Ismael am Di Aug 10, 2010 1:34 pm

In einem anderen christlichen Forum wird gerade darüber diskutiert, was Prophetie ist und wie man damit umzugehen hat. Ich kopiere mal einen Beitrag von mir:


Die Apostelgeschichte beschreibt uns anschaulich die Reisen des Paulus und sein Leben als von Ort zu Ort wandernder Missionar. Nicht nur Paulus und die Apostel und ihre in der Bibel genannten Mitarbeiter waren so unterwegs. Nein, es müssen in den ersten Jahrhunderten Hunderte, wenn nicht Tausende von Wanderpredigern, Missionaren und - heute ungewöhnlich! - Propheten umhergezogen sein. Unterweisung, Verkündigung und vom Heiligen Geist eingegebenes prophetisches Wort lagen damals nahe beieinander.

Nur so konnte sich das Christentum so schnell ausbreiten.

Die meisten dieser Reisenden in Sachen Gottes sind uns heute unbekannt. Und auch in den frühen Gemeinden wusste man in der Regel nicht, wer der Fremde war, der da an die Tür klopfte. Jemand, der von Gott gesandt war, um die junge Gemeinde zu unterweisen, zu stärken oder auch mal "wieder auf die richtige Spur" zu bringen? Oder war es ein Spinner? Ein Sektierer? Oder einfach nur ein Landstreicher, der da kräftig frömmelnd herumräsonierte, aber eigentlich nur durchgefüttert und trocken und warm untergebracht werden wollte?

Dafür gab es Regeln. Einige sind in der "Didache" erhalten, einer frühchristlichen Schrift aus dem ersten Jahrhundert (60 - 65 n. Chr., Datierung Klaus Berger).

Grundsatz war, dass jeder zunächst mal gastfreundlich aufgenommen wurde. Und niemandem wurde a priori abgesprochen, dass er mit der Autorität des Heiligen Geistes redete. Aber man durfte auch nicht alles schlucken, was da jemand von sich gab. Und man brauchte auch keine Schnorrer durchschleifen. Einen Tag und eine Nacht, höchstens aber zwei oder drei Tage nahm man den Fremden auf. So lange hatt er Zeit, zu sagen, was er zu sagen hatte.

Also keine Zeit zum langen Schwadronieren. Kein wirres Geschwafel war gefragt, sondern ob der Prediger "gerechtes Handeln und Erkenntnis des Herrn mehren" kann (Didache 11, 2, Übers. Berger/Nord). Wer in dieser Frist nicht gesagt hatte, was zu sagen war, der hatte auch nichts zu sagen!

Ein weiterer Gesichtspunkt war geradezu erschreckend simpel: Nämlich die Frage, ob Wort und Handeln zusammen passen. Oder ist das jemand, der Wasser predigte und Wein trank? Wenn er um Gaben bat, warum und für wen? Ein paar Reisebrote waren ja okay, aber auf Gewinn sollte der Wanderprediger nicht aus sein!

Weiter, ganz wichtig:
Die Zuhörer sollten sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen! (Didache 12, 1)

Also, mit heutigen Worten, es geht nicht nur um den Inhalt der Verkündigung, sondern um das ganzheitliche Bild, das der Prediger oder Prophet abgibt!

Damit haben wir eigentlich auch gute Kriterien, um heutige Prophetien und Möchtegernprophetien zu beurteilen:

  1. Nicht, ob ein Wort bzw. eine Vision auf "übernatürliche Weise von oben" kommt, ist entscheidend (das kann sowieso niemand objektiv beurteilen), sondern ob die Botschaft unseren Glauben stärkt und uns weiter bringt.
  2. Wort und Tat gehören zusammen. Das Gesamtbild ist entscheidend. Und, - auch eine vorbildliche und damit zeichenhafte Lebensweise kann prophetisch sein, nicht nur "prophetisches Reden".
  3. Wer herumschwafelt, ist unglaubwürdig.
  4. Auch gelegentliche parapsychologische Dinge und Déjà-vu-Erlebnisse sind kein Ausweis für den Heiligen Geist. Eher im Gegenteil.
  5. Der Schöpfer hat uns mit durchschnittlich 1,5 kg Hirn ausgestattet. Das ist kein überflüssiger Luxusartikel, sondern ein Gebrauchsgegenstand.

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Auditionen und Visionen als Charisma

Beitrag von Ismael am Di Aug 10, 2010 1:36 pm

Ich sollte ergänzen:

Ich bezweifle nicht, dass Menschen direkte Eingebungen von Gott bekommen. Sei es nun, dass sie das Wort Gottes hören (Audition) oder bildliche Botschaften bekommen (Visionen). Oder auch, dass der heilige Geist sie zum Handeln "treibt", ohne dass eine Audition oder Vision vorliegt. Die Bibel ist schließlich voll davon.

Und ich kenne genügend Menschen, die es erlebt haben und die ich für glaubhaft halte. Meistens waren diese Eingebungen aber nur für die jeweiligen Menschen persönlich wichtig, nicht für andere oder die Gemeinde als ganzes. Ich versuche dann, diese Menschen möglichst behutsam zu bestärken. Sie befürchten oft, für "nicht ganz dicht" gehalten zu werden und reden auch kaum darüber.

Aber es ist immer schwer zu unterscheiden, was nun aus der Seele des Menschen entspringt und was wirklich von Gott gegeben ist.

Wenn aber eine psychische oder neurologische Krankheit zugrunde liegt, dann ist das oft an der Gesamtsituation und dem allgemeinen Verhalten erkennbar (Stichwort: gesunder Menschenverstand.)

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 12:10 am

Isi, es tut mir leid, aber ich hab glatt Deinen Thread übersehen.

Ich antworte noch drauf, die Tage irgendwann.

Nur schon mal vorab:

Didache nennt man die frühchristliche katechetische Verkündigung an die Getauften.
Das Pendant an die noch nicht getauften Katechumenen nennt man Kerygma.

Für mich ist eine Katechese, Verkündigung dann glaubhaft, wenn ich an dem Menschen sehe, dass er eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, wenn ich an ihm sehe, dass er Christus begegnet ist.
Und das ganz konkret in seinem Leben, in seinen Kreuzen, dort wo er schwach war.

Paulus ist das Paradebeispiel.





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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Adelfos am So Aug 15, 2010 9:28 am

Petra schrieb:Didache nennt man die frühchristliche katechetische Verkündigung an die Getauften.


Das was Ismael meinte ist die "Didache der zwölf Apostel". Das griechische Wort Didache, oder Didachi, ist absolut keine christliche Erfindung, es bedeutet schlicht und einfach Lehre und wird in der gr. antiken Literatur z.B. auch für die Lehren der Philosophen verwendet.
διδαχή (genitive διδαχῆς) f, first declension; (didakhē) - lehren, weitergeben
Wortverwandtschaft mit dem Verb
present διδάσκω, future: διδάξω/διδασκήσω, aorist: ἐδίδαξα, perfect: δεδίδαχα, perfect m/p: unknown, aorist passive: ἐδιδάχθην - ich lehre, instruiere
und dem Substantiv # διδάσκαλος, δάσκαλος, δασκάλα - Lehrer, Meister, Lehrerin

Die "Didache der zwölf Apostel" oder "Zwölfapostellehre" ist ein frühes judenchristliches Lehrwerk welches sich an die Nichtjuden richtet, eines, welches NICHT in den Kanon des NT aufgenommen wurde, obwohl es den Evangelien nahesteht. Gleiches wiederfuhr dem wesentlich bekannterem Werk dieser Zeit, der "Lehre von den zwei Wegen" oder den syrischen "Apostolischen Anweisungen" u.v.a.m.

Die Kirchenväter Clemens von Alexandria und Origenes (nicht verwechseln mit dem Platoniker Origenes) erwähnen die Zwölfapostellehre in ihren Schriften als Bestandteil des NT, dann scheint es in Vergessenheit geraten zu sein und wurde erst im Jahr 1873 in Konstantinopel (Istanbul) wiederentdeckt als eine Handschrift aus dem Jahr 1056. Diese Handschrift befindet sich in der Bibliothek des Ökumenischen Patriarchats Konstantiopels, ins Neugriechische übersetzt von einem Presbyter unserer Gemeinschaft auf Tinos.

Ismael hat die Bedeutung der "Zwölfapostellehre" auf einen Punkt gebracht : hilfreich in der Unterscheidung der Geister. Ich sehe das auch so.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Hannah am So Aug 15, 2010 9:41 am

Für mich ist eine Katechese, Verkündigung dann glaubhaft, wenn ich an
dem Menschen sehe, dass er eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, wenn
ich an ihm sehe, dass er Christus begegnet ist.
Und das ganz konkret in seinem Leben, in seinen Kreuzen, dort wo er schwach war.

Paulus ist das Paradebeispiel.



Lieber Adelfos

So sehe ich das auch.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Ester am So Aug 15, 2010 12:04 pm

Petra schrieb:Für mich ist eine Katechese, Verkündigung dann glaubhaft, wenn ich an
dem Menschen sehe, dass er eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, wenn
ich an ihm sehe, dass er Christus begegnet ist.
Und das ganz konkret in seinem Leben, in seinen Kreuzen, dort wo er schwach war.

Paulus ist das Paradebeispiel.


Das stimmt schon, aber ist zuwenig.
Um die Sache zu erklären ich kenne zuviele Verrückte und zuviele Freikirchler , Baptisten und auch Sektenleute, die sich für besonders von Gott gerufen und erwählt halten.

Wenn man nicht davon ausgeht, dass all diese Leute schlicht und einfach lügen, dann muss man davon ausgehen, dass die metaphysische Erfahrung erfolgt ist.
Also Christus diesem Menschen begegnet ist.
Trotzdem beobachte ich, dass dies sagen wir mal außerkatholische Christusbegegnung eben nicht zur Einheit führt, sondern faktisch jeder Pastor seine eigenen Kirche aufmacht. Wobei das nicht in der Absicht der Leute liegt.

Ergo, ich kann es drehen und wenden wie ich will, die Verkündigung wird nur dann authentisch, wenn sie in Übereinstimmung mit dem Lehramt steht.

Und für mich ist der, der Christus erfahren hat, dann glaubwürdig, wenn der Mensch katholisch ist und sich eben auch unterordnen lässt.
Oder anders ausgedrückt, wenn der Mensch durch die Christuserfahrung demütig wird.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 6:18 pm

Hannah schrieb:
Für mich ist eine Katechese, Verkündigung dann glaubhaft, wenn ich an
dem Menschen sehe, dass er eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, wenn
ich an ihm sehe, dass er Christus begegnet ist.
Und das ganz konkret in seinem Leben, in seinen Kreuzen, dort wo er schwach war.

Paulus ist das Paradebeispiel.



Lieber Adelfos

So sehe ich das auch.


Das war ich. Smile

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 6:48 pm

Ester schrieb:
Petra schrieb:Für mich ist eine Katechese, Verkündigung dann glaubhaft, wenn ich an
dem Menschen sehe, dass er eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, wenn
ich an ihm sehe, dass er Christus begegnet ist.
Und das ganz konkret in seinem Leben, in seinen Kreuzen, dort wo er schwach war.

Paulus ist das Paradebeispiel.


Das stimmt schon, aber ist zuwenig.
Um die Sache zu erklären ich kenne zuviele Verrückte und zuviele Freikirchler , Baptisten und auch Sektenleute, die sich für besonders von Gott gerufen und erwählt halten.

Wenn man nicht davon ausgeht, dass all diese Leute schlicht und einfach lügen, dann muss man davon ausgehen, dass die metaphysische Erfahrung erfolgt ist.
Also Christus diesem Menschen begegnet ist.
Trotzdem beobachte ich, dass dies sagen wir mal außerkatholische Christusbegegnung eben nicht zur Einheit führt, sondern faktisch jeder Pastor seine eigenen Kirche aufmacht. Wobei das nicht in der Absicht der Leute liegt.

Ergo, ich kann es drehen und wenden wie ich will, die Verkündigung wird nur dann authentisch, wenn sie in Übereinstimmung mit dem Lehramt steht.

Und für mich ist der, der Christus erfahren hat, dann glaubwürdig, wenn der Mensch katholisch ist und sich eben auch unterordnen lässt.
Oder anders ausgedrückt, wenn der Mensch durch die Christuserfahrung demütig wird.


Ester, danke für die Ergänzung.
Aber ich nehme an, dass Du eigentlich weisst, dass ich, wenn ich aus meiner eigenen Warte, meiner Erfahrung schreibe, das Lehramt natürlich voraussetze, ohne dass ich es explizit erwähnen muss.

Wenn ich Ehepaare sehe, die vor Jahren kurz vor der Scheidung waren, weil der Mann ein ziemliches Alkoholproblem hatte, wenn sie erzählen, dass sie höchstens ein Kind haben wollten, um nicht auf den alljährlichen Urlaub und andere Bequemlichkeiten verzichten zu müssen, wenn sie mir sagen, dass ihr Leben ein einziges "Um sich selbst Kreisen war", bevor sie in die Kirche zurückgefunden hatten, ein "Um sich selbst Kreisen", dass sie so langsam zu Zombies werden lies, diese Ehepaar jetzt 12 Kinder um sich schart, eines schöner wie das andere.
Wenn ich also an diesen Familien sehe, das sie erfahren haben, dass Gott treu ist und niemandem bescheisst, also die Lehre der Kirche wahr und gut ist, weil die Berufung des Menschen nichts anderes ist, als zu lieben, wenn ich an ihnen sehe, dass sie glücklich sind, obwohl ihr Leben oft ein Kampf, anstrengend und erschöpfend, vielleicht auch oft ein Sterben für den anderen ist, wenn ich das alles sehe, weiss ich, dass ihr Zeugnis echt und authentisch ist.

Weil vorgelebt. Mit allen Kämpfen und menschlichen Schwachheiten, denn die Gnade kommt allein von Gott.


Der Buchstabe, das Gesetz ist tot.
Das Lehramt ist eine Sache, die mit Leben, mit Fleisch und Blut gefüllt werden muss, damit die Menschen um uns herum glauben.


Zuletzt von Petra am So Aug 15, 2010 7:36 pm bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Hannah am So Aug 15, 2010 7:31 pm

Liebste Petra
Du schlägst mit Deinen Argumenten alles mit einem Schlag und triffst auf den Mittelpunkt des Kreises.
Ich bin immer wieder einverstanden mit Deiner Wortwahl.
Hab Dich mit Adelfons verwechselt, entschuldige bitte.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 7:38 pm


Du schlägst mit Deinen Argumenten alles mit einem Schlag und triffst auf den Mittelpunkt des Kreises.


Bin ich denn tatsächlich so schlimm? Smile

Hab Dich mit Adelfons verwechselt, entschuldige bitte.


Macht nix, denn Ester hat, um die Verwirrung komplett zu machen, auch Dich mit mir verwechselt.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 7:43 pm

Ich glaube, ich bin ein bisschen schuld am kleinen OT, denn hier geht es ja gemäss Isi's Threadüberschrift vor allem um die frühchristlichen Propheten.

Wobei die es nicht viel anders hatten als wir, wir christlich, aussenrum alles heidnisch. Vielleicht, so denke ich mir , müssen wir in einigen Dingen wieder zu frühchristlichen Gepflogenheiten zurückkehren. Auch was die Mittel der Evangelisation und Katechese angeht.

Danke übrigens, Adelfos, für die Ergänzung. Ich kannte die Didache bis dato nur als das, als was ich sie erklärt hatte.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am So Aug 15, 2010 10:29 pm

Bei uns zum Beispiel gibt es die Berufung zur Itineranz für Leute, die unverheiratet, also ungebunden sind.

Man erklärt sich bereit, für eine gewisse Zeit Job und Haus zu verlassen und auf Mission zu gehen, dorthin, wo man gebraucht wird.

Das kann sein, dass man geschickt wird, um Priester zu besuchen, ihnen zu verkündigen, das kann sein, im Priesterseminar in der Küche zu helfen oder auch einer Familie, die sich zu Zwecken der Mission in einem fremden Land aufhält, ein ein bissl unter die Arme zu greifen.

Wenn man sich Isi's Vokabular zu eigen macht, ist so eine Itineranz eine Art "Graswurzelmission".
Eigentlich keine grossartie Sache, weil nicht besonders laut oder Aufsehen erregend, aber sehr "nachhaltig", für denjenigen, der sich auf Itineranz begibt und diejenigen, denen sie gilt.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Ester am So Aug 15, 2010 11:44 pm

HUst.
Also diese Verwechselei kommt vom zu schnellen zitieren. sorry.

Aber der Bezug aufs Lehramt, den ich bei dir, liebe Petra klarerweise vorraussetze ist wichtig.
Zum einen weil es diese, verzeih den Ausdruck, Bekehrungsgeschichten auch anderweitig gibt.
Gerade die Freikirchen haben diese Geschichten, der freikirchliche Pastor im Nachbarhaus hat sich auch vom Waisenkind und Junkie zum Familienvater und eben Pastor gewandelt. Dummerweise ist seine Frau ehemals katholisch und deshalb haben wir uns am Anfang unserer Begegnung die Bibel um die Ohren gehauen. Mein Mann war am Anfang mehr zu dieser Gemeinde geneigt, aber ich bin die bessere Theologin und konnte argumentativ den Pastor zwar nicht überzeugen, aber meinen Mann auf die freikirchlichen theologischen Lücken hinwiesen.
Der Pastor und seine Familie und wir kommen gut miteinander aus, aber von daher kenne ich diese Geschichten und sehe die auch.

Das ist mir ein Grund, warum ich immer auf dem Lehramt rumreite, weil geniale Geschichten haben andere auch.

Im übrigen ist es so, dass meine Mutter aus so einer schon immer und ewig katholischen Familie und aus einer katholischen Stadt stammt.
Was dieses Frau, neben anderem auch glaubensmäßig aus der Bahn geworfen hat, war die Erkenntnis, dass es nette, engagierte und soziale Menschen auch außerhalb der Kirche gibt.

Es ist meine Erfahrung, das, alles Gute und alles gute Tun nur von Gott her getan, gelebt und auch im Erleiden verwirklicht werden kann. Aber das führt zu weit.

Um aber elegant den Schlenker zum Threadthema wieder zu kriegen, es gibt einige frühchristliche Schriften die auch Wert darauf legen, dass in Übereinstimmung mit dem Bischof von Rom verkündet wird.
Und schon das Urbild der christlichen Wanderprediger Paulus, begibt sich zu Petrus um wie er selber sagt "sicherzustellen,d ass ich nicht vergeblich gelaufen bin"

Hoffe mein Anliegen verständlich gemacht zu haben.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am Mo Aug 16, 2010 5:44 pm

Um aber elegant den Schlenker zum Threadthema wieder zu kriegen, es gibt einige frühchristliche Schriften die auch Wert darauf legen, dass in Übereinstimmung mit dem Bischof von Rom verkündet wird.


Aber klar doch, Ester. Verkündigung funktioniert nur in Kommunion mit der Kirche, schliesslich sind wir alle Glieder eines Leibes.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Hannah am Mo Aug 16, 2010 9:30 pm

Gott sei Dank gibt es das Lehramt, dafür kann man nicht genug dankbar sein.
Ich bin froh röm.kath. zu sein.
Aber Gott wirkt auch in den Freikirchen, denn es kommt nicht selten vor, dass Freikirchler dann zur röm.kath Kirche finden.
Ich habe damit desöfteren Bekanntschaft gemacht und sie dann in Glaubensgesprächen von der Glaubenslehre der röm.kath. Kirche überzeugt. Diese Personen meiten dann: "Hannah Du bist nicht ganz unschuldig daran dass ich zur röm Kath.Kirche über getreten bin."
Der Hl.Geist weht eben wo ER will.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Ester am Mo Aug 16, 2010 10:32 pm

Es ist ein sehr haariges Thema, ich behaupte auch nciht, dass Gott nicht in den Freikirchen und sonstwo wirkt, aber ich habe immer noch das Wort von JPII ten von dem Geist der wirkt und zur Einheit drängt (Enzyklika Ut unum sit) im Ohr.
Ich muss ehrlich gestehen, in Anbetracht der selbstverständlichen anti-katholischen Grundhaltung die ich immer wieder erlebe bei Freikirchen, habe ich immer Probleme JPIIten darin zu folgen.
Eine Freundin, die auch bei einer Freikirche landete, betete immer ,dass ich von dieser satanischen Vereinigung in der ich stecke loskäme.

Allerdings gibt es gerade aus USA Unmengen von Berichten, wo ernsthaft Suchende über die Wege der Freikirchen und das intensive Bibelstudium heim gefunden haben.


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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Sorriso am Mo Aug 16, 2010 11:05 pm

Ester schrieb:Es ist ein sehr haariges Thema, ich behaupte auch nciht, dass Gott nicht in den Freikirchen und sonstwo wirkt, aber ich habe immer noch das Wort von JPII ten von dem Geist der wirkt und zur Einheit drängt (Enzyklika Ut unum sit) im Ohr.
Ich muss ehrlich gestehen, in Anbetracht der selbstverständlichen anti-katholischen Grundhaltung die ich immer wieder erlebe bei Freikirchen, habe ich immer Probleme JPIIten darin zu folgen.
Eine Freundin, die auch bei einer Freikirche landete, betete immer ,dass ich von dieser satanischen Vereinigung in der ich stecke loskäme.

Allerdings gibt es gerade aus USA Unmengen von Berichten, wo ernsthaft Suchende über die Wege der Freikirchen und das intensive Bibelstudium heim gefunden haben.


Wenn wir mal von den "besessenen" Katholiken, also denen die vorher von Gott gefragt werden, ob er alles richtig tut, Distanz nehmen, dann ich nur bestaetigen, dass ich in der katholischen Kirche die meiste Tolleranz gegenueber anders Glaeubigen gefunden habe.
Mit der Enzyklika "Ut unum sint" ist es so wie mit dem Frieden, eines der missbrauchtesten Woerter der heutigen Zeit.
Beides, das Einssein sowie der Frieden sind nur in Christus moeglich weil er die Basis dazu schafft.
Um dieses aber in ihrer Vollkommenheit zu erleben muss man das vollkommene Evangelium akzeptieren, und die katholische Kirche gehoert eben dazu.
Alles andere ist eine Teilwahrheit.

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Adelfos am Di Aug 17, 2010 8:17 am

Hannah schrieb:
Hab Dich mit Adelfons verwechselt, entschuldige bitte.


Mit wem verwechselt ??

loool

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Admin am Di Aug 17, 2010 8:45 am

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Re: Wanderpropheten in frühchristlicher Zeit

Beitrag von Cayena am Mi Aug 18, 2010 2:41 am

Petra schrieb:Bei uns zum Beispiel gibt es die Berufung zur Itineranz für Leute, die unverheiratet, also ungebunden sind.

Man erklärt sich bereit, für eine gewisse Zeit Job und Haus zu verlassen und auf Mission zu gehen, dorthin, wo man gebraucht wird.

Das kann sein, dass man geschickt wird, um Priester zu besuchen, ihnen zu verkündigen, das kann sein, im Priesterseminar in der Küche zu helfen oder auch einer Familie, die sich zu Zwecken der Mission in einem fremden Land aufhält, ein ein bissl unter die Arme zu greifen.

Wenn man sich Isi's Vokabular zu eigen macht, ist so eine Itineranz eine Art "Graswurzelmission".
Eigentlich keine grossartie Sache, weil nicht besonders laut oder Aufsehen erregend, aber sehr "nachhaltig", für denjenigen, der sich auf Itineranz begibt und diejenigen, denen sie gilt.


"Bei uns" gibt es da noch eine andere Wanderapostel ähnliche Intineranz, die mich besonders beeindruckt. In den Ferien werden die Priester, Seminaristen, auch die Katechistas die für ein ganzes Land verantwortlich sind für einige Vorbereitungstage ins Domus Galilaeae versammelt um dort geistliche 'Kraftnahrung' zu bekommen. Dann wird ausgelost: welche zwei zusammen gehen und wohin sie gehen, in den letzten Jahren meistens Europa. Ja, das Hin - und - Rückfahrticket bekommen sie auch noch. Und dann gehen sie los, wie Jesus die Jünger ausgesendet hat: ohne Geld, ohne Wäsche zum Wechseln....meist für eine Woche.
Wenn sie zurückkommen erzählen sie dann ihren Gemeinschaften wie es ihnen gegangen ist. Die Übernachtungen im Hotel der 5000 Sterne auf einer Parkbank, auf Pappkartons unter einem vorspringenden Dach, Tage ohne Essen, weil niemand sie beherbergen will (und das in Pfarrhäusern), das müde Abwinken wenn sie die gute Nachricht bringen. Aber dann auch eine dankbare Annahme der Botschaft, eine fürstliche Bewirtung und wohlige Übernachtung. Und alle die uns davon berichteten war nachher sehr dankbar diese Mission gemacht zu haben.

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